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Johannesburg

02 November 2016 / 0 Kommentare



Hallo ihr lieben,

Ich melde mich nach längerer Zeit mal wieder. Ich kann leider immernoch keine Bilder hochladen, was ziemlich blöd ist (allerdings seht ihr ja auch vieles auf Instagram, Facebook und ich schick euch ja auch ab und zu was), aber trotzdem kann ich euch ein bisschen über meinen Aufenthalt hier erzählen.
Zuerst zur Arbeit: es macht nach wie vor wahnsinnig Spaß und ich liebe die Kleinen über alles. Leider gibt es hier in der Einrichtung auch einige Dinge, die mich persönlich ziemlich stören, die ich aber eher weniger ändern kann, da ich "nur" eine Volontärin bin. Dazu zählt, dass 2-3 der Erzieher so drauf sind, dass sie den Kindern mit Stöckern Angst machen oder sie sogar manchmal schlagen oder schubsen. Nicht allzu heftig, dennoch ist ein Schlag ein Schlag. Und das stört mich gewaltig, denn 1. so kann man mit denen nicht umgehen und 2. übernehmen die Kinder das Verhalten und schlagen sich gegenseitig die Köppe ein.
Außerdem ist hier auch ein weißes Kind und dieses Kind wird gewaltig bevorzugt. Alle hätscheln und tätscheln sie, sie kriegt eine besondere Behandlung und jeder ruft ihren Namen als wär sie eine Heilige. Und auch das ist nicht richtig. Ich könnte noch mehrere Dinge aufzählen, die mich stören, allerdings gibt es auch viele Dinge, die ich an dem Othandweni Children's Home ziemlich mag. Und besonders einige Erzieherinnen oder die Großmütter die hier regelmäßig helfen, 2 der "Grannys" habe ich besonders ins Herz geschlossen und jeden Morgen kommen sie mit einem breiten Lächeln herein, umarmen die Kinder, umarmen uns Volontäre mit einem freudigen "Hello my Love, unjani" (wie geht's dir) und jeden Morgen danken Sie uns für unsere Hilfe! Es gibt also neben einigen ziemlich undankbaren Mitarbeitern auch viele, die uns sehr wertschätzen.

Dann zu meiner Freizeit: ich gehe ziemlich oft ins Fitnessstudio, am Wochenende - ihr kennt mich - feier ich aber auch ziemlich viel. Ich genieße es hier total, ich treffe meine Freunde, wie gehen was trinken und oft danach zu Plätzen wie "KwaDichaba" ins Soweto, dort ist tagsüber eine sehr chillige Atmosphäre, abends geht dort aber DIE Party. Ich liebe es! Solche Partys erlebt man in Deutschland nicht, alle rasten komplett aus und glaubt mir: Es ist kein Vorurteil, dass schwarze Menschen tanzen können. Und von der Musik will ich gar nicht erst anfangen. Spotify besteht bei mir nur noch aus südafrikanischem Hip Hop (bestand es am Anfang des Jahres zwar schon, aber nun ist einiges hinzugekommen). Und das Gute an dem Ganzen: da momentan Sommer ist, beginnt hier gerade deren sogenannte "festive Season". Heißt: Partys an jeder Ecke, Leute feiern überall, Musik überall, Konzerte überall. Ich bin also sehr gespannt, was noch so kommen wird, ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich hoffe wirklich, dass es euch allen auch gut geht, haltet mich auch auf dem Laufenden!

Alles Liebe,
Louisa